Sexualmedizin im urologischen Alltag

Medizin in gesellschaftlichen Tabuzonen hat immer mit Vorurteilen zu kämpfen. Sexualmedizin ist jedoch ein Teilgebiet der Medizin wie jedes andere auch und die Behandlung genauso seriös und professionell wie bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Für mich bot sich die Spezialisierung an, da im urologischen Alltag regelmäßig auch sexualmedizinische Fragestellungen auftauchen.

Einem anderen Menschen erleben und Kinder kriegen sind Bedürfnisse, die jeder in sich trägt und die landläufig unter dem Begriff Sexualität zusammen­gefasst werden. Wie sich diese Bedürfnisse im täglichen Leben äußern, hat viel mit dem Individuum, dessen Entwicklung, Lebens­geschichte und anderen Faktoren zu tun. Wie wir als Gesellschaft mit Sexualität umgehen, ist zu einem großen Teil kulturell bedingt. In bestimmten Zusammenhängen und Situationen ist Sexualität überhaupt kein Tabu.

Denken Sie beispielsweise an die Werbung. Hämorrhoidensalbe ist wahr­scheinlich das einzige Produkt, das noch nicht über sexuelle Anspielungen vermarktet wird. Auch in der Karnevalszeit ist so manche Regel außer Kraft gesetzt. Angefangen bei Küsschen unter Fremden zu Weiber­fastnacht bis hin zum leiden­schaft­lichem Miteinander von Clowns und Indianern rund um Rosenmontag. Andererseits sind die Barrieren hoch und die Sprachlosigkeit groß, sobald es um den alltäglichen Umgang mit Sexualität geht. Das ist schlecht, denn gerade weil Sexualität eine so zentrale Rolle im menschlichen Dasein spielt, führen Störungen unmittelbar zu tiefgreifenden Problemen.

Nicht nur, dass Kopf und Körper mitspielen müssen; auch die Partnerschaft kann schnell in Schieflage geraten, wenn Probleme nicht auf den Tisch kommen. Und sie sollten auf den Tisch kommen, denn die Einstellung: „da muss ich alleine durch“ hat noch niemandem geholfen. Auch deshalb nicht, weil Störungen im sexuellen Bereich ein Warnsignal für behandlungs­bedürftige, aber noch unerkannte Krankheiten darstellen können. Diabetes oder Bluthochdruck sind Beispiele für häufige und oft lange Zeit unentdeckte Erkrankungen, die regelmäßig sexuelle Funktions­störungen im Schlepp haben.

Doch nur ein kleiner Teil der Sexual­probleme gehen auf das Konto von Krankheiten. Stress, Probleme, der natürliche Alterungsprozess und vieles andere mehr schlagen häufig auf das Sexualleben durch. Man schätzt, dass nicht wenige Frauen und Männer im Laufe ihres Lebens mit einer Störung der sexuellen Funktion konfrontiert werden.

Sexualität betrifft beide Geschlechter und in gegen­geschlecht­­lichen oder gleich­­geschlecht­­lichen Partner­schaften sind die Probleme des Einzelnen immer auch die Probleme des Paares.

SEXUAL­MEDIZIN

Störungen im sexuellen Bereich sind ein Warnsignal und behandlungsbedürftig

Professionalität und Finger­spitzen­gefühl

Es ist Aufgabe der Sexualmedizin, den Dingen auf den Grund zu gehen und zusammen mit den Betroffenen nachhaltige Lösungen zu erarbeiten. Sexualmedizin ist ein inter­diszipli­näres Fach, das gleichsam in der Urologie, der Gynäkologie, der Dermatologie, der Allgemein­medizin und der Psychiatrie/Psychologie verankert ist. Dementsprechend erstreckt sich das breitgefächerte Tun von Sexualmedizinern u.a. von der Behandlung sexuell übertrag­barer Krankheiten über die Rehabilitation sexueller Funktions­verluste durch Krebs­erkrankungen bis hin zur Sexualtherapie bei Paaren.

Viele Patienten trauen sich nicht, das Thema beim Arzt anzusprechen

Das ist verständlich, geht es doch hier um Dinge, die höchst privat sind. Darüber hinaus fällt es schwer, Worte für etwas zu finden, über das zu reden man im Eltern­haus in der Regel nicht gelernt hat. Hier ist von ärztlicher Seite Professionalität und Fingerspitzengefühl gefragt, wobei eine strukturierte sexual­medi­zinische Aus­bil­dung wertvolle Hilfestellung leistet.

Kein reiner Männerarzt

Ich habe eine zweijährige Weiter­bildung am Institut für Sexual­wissenschaft und Sexual­medizin der Charité absolviert und mit erfolg­reicher Prüfung vor der Berliner Ärzte­kammer abgeschlossen. Nach wie vor arbeite ich mit dem Institut zusammen, um die Qualität meiner sexualtherapeutischen Behandlung durch regelmäßige externe Evaluation sicherzustellen. Als Urologe bin ich kein reiner Männerarzt, auch wenn die öffentliche Wahr­neh­mung von Urologie zunehmend in diese Richtung geht. Als Sexualmediziner bin ich es schon gar nicht. Sexualität betrifft beide Geschlechter und in gegengeschlechtlichen oder gleich­geschlecht­lichen Partnerschaften sind die Probleme des Einzelnen immer auch die Probleme des Paares.

Natürlich habe ich durch meine Berufs­erfahrung als Urologe und die langjährige Leitung einer der größten deutschen Rehakliniken für urologische Rehabilitation auch besondere Schwerpunkte. Diese umfassen sowohl Potenzstörungen als auch die sexuelle Rehabilitation nach radikal­chirurgischen Eingriffen im kleinen Becken, wie z.B. der radikalen Prostatektomie.

Nur ein kleiner Teil der Sexualprobleme gehen auf das Konto von Krankheiten. Stress, Probleme, der natürliche Alterungs­prozess und vieles andere mehr schlagen häufig auf das Sexualleben durch.

Wählen und vereinbaren Sie hier Ihren Termin:

Top